Adolf Clemens

Bildjournalist

Der Bildjournalist und Lehrer Adolf Clemens

Im September 1969 wurde Adolf Clemens als Dozent für Fotografie an die Werkkunstschule Dortmund berufen. Dem Bereich Fotografie fehlten zu diesem Zeitpunkt jegliche Studienstrukturen, so dass Adolf Clemens sofort der Notwendigkeit gefolgt ist, ein Studienmodell zu entwickeln.

Vorausschauend beinhaltete dieses Studienmodell klar definierte Studienfelder, die den Studierenden die Chance gab, sich ganz individuell einen Studienverlauf zu gestalten.

Dieses Studienmodell mit dem Studienschwerpunkt Fotografie konnte im Jahre 1971 nahtlos in den Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund integriert werden.

In der darauffolgenden Zeit hat Adolf Clemens neben der Fotografie mit einer Gruppe von Studierenden Kurzfilme produziert, die nach ihrer Präsentation im Raum Ruhrgebiet große Beachtung fanden und prämiert wurden. Nach zweijährigen intensiven Bemühungen im Fachbereich Design erreichte Adolf Clemens, dass eine erste Planstelle für Film ausgeschrieben und  besetzt wurde.

Ausgehend von dem Studienmodell konnten so in den 70er Jahren weitere Studienfelder mit qualifizierten Lehrenden eingerichtet  werden.

Wer als Studierender erwartet hatte, in Adolf Clemens einen typischen Lehrer anzutreffen, musste sich getäuscht sehen. Adolf Clemens verstand sich stets als Partner der Studierenden, der sich und seine Persönlichkeit im intellektuellen Austausch einbrachte, um der  Fotografie ein individuelles und humanes Gesicht zu geben.

Im Gegensatz zu Otto Steinert stand Adolf Clemens nie mit seinem fotografischen Werk im Vordergrund, an dem sich die Studierenden zu orientieren hatten.

In den Seminaren von Adolf Clemens stand in erster Linie seine  tiefgehende Analysefähigkeit im Vordergrund, die gepaart war mit einer sehr präzisen verbalen Verantwortung und einer daraus für die Studierenden verpflichtenden foto-optischen Sorgfalt in ihrer fotografischen Arbeit.

Adolf Clemens vertrat in seiner Lehre den Anspruch, dass jede gestalterische und ästhetische Norm der inhaltlichen Aussage zu dienen hat. Weiterhin sah er es als das Ziel an, eine hohe fachliche Qualifikation mit einer entsprechenden Persönlichkeitsentwicklung zu verbinden.

Der Schwerpunkt seiner Lehre im Hauptstudium war der Bildjournalismus. Abweichend von gestellten Themen war es für einige Studierende jedoch möglich, eine ganz individuelle Bildsprache zu entwickeln . Mit dieser Möglichkeit etablierte sich bei Adolf Clemens die Autorenfotografie.

Begriffe, die heute in der fotografischen Welt ihre Anwendung finden, wurden von Adolf Clemens geprägt, so z.B. die Befindlichkeitsfotografie, die Sehnsuchtsfotografie oder auch die Haus-, Hof- und Bettfotografie.

Zeit seines Lebens hat Adolf Clemens seine analoge "Dampflokfotografie" beibehalten.

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